Eisjöchl – 2900 m.ü.M. mit dem Mountainbike
DAV-Mountainbike-Mehrtagesausflug ins Vinschgau mit vielen Highlights
Ausgangsort war der Campingplatz in Naturns und täglich gab es neue Wege und Ziele in fast allen Himmelsrichtungen.
Gleich nach der Ankunft in Naturns am
Freitag Vormittag sattelten Iris Dankerl, Max Nirschl, Thomas Ultsch, Konstantin
S…… und Ulrich Dankerl (Tourenleitung) sofort die Mountainbikes und es ging
bei herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen gleich bergauf zur Naturnser
Alm. Zunächst auf steiler Teerstrasse schlängelte sich die Tour durch die
Apfelplantagen bergauf und die kurzen Wassergüsse der Dauersprinkleranlagen
waren willkommene Abkühlungen (Anmerkung: Die Jahresproduktion an Äpfeln des
Vinschgau reicht aneinandergereiht bis zum Mond.). Bald schon wechselte der
Strassenuntergrund und die Reifen bekamen endlich Schotter unter die Stollen.
Schnell gewann man an Höhe und konnte immer wieder bei der Auffahrt
unvergessliche Ausblicke ins Vinschgau und auf die Texelgruppe genießen. Nach
gut 2 Stunden Auffahrt und knapp 1400hm bergauf war die NaturnserAlm erreicht.
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| Blick ins Schnalstalaturnser Tal |
Die gemütliche Alm mit hervorragender bodenständiger Küche war somit der
richtige Zwischenstopp um ein bisschen zu Verweilen und die leeren
Kohlehydrat-Speicher im Körper mit Speckknödeln, Apfelstrudeln und Getränken
wieder aufzufüllen. Dazu lachte die Sonne und so gestärkt ging es in die
Abfahrt. Zunächst kurz auf Schotter dann aber gleich in den sehnlichst
erwartenden Downhill-Trial.
Anders als in anderen Gebieten ist hier
das Fahren auf Wanderwegen sogar ausdrücklich erwünscht. Wir trafen nur
gutgelaunte Wanderer und hatten immer viel Spaß mit den Fußgängern, die kaum
glauben konnten, dass man da noch fahren kann. Ein gutes Beispiel, dass bei
gegenseitiger Rücksichtnahme niemand belästigt und behindert wird und auch die
Natur geschont bleibt !!
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| Bergauf zur Rableitalm |
Flach fiel der Weg bergab und war somit der richtige Einstieg um warm zu werden. Schnell stieg der technische Anspruch und Steine, Wurzeln und Stufen ließen das Bikerherz höherschlagen. Die letzten Höhenmeter bergab wurden auf Asphalt schnell abgespult und der Radwanderweg Vinschgau brachte uns wieder zum Ausgangspunkt zurück. 1480hm und 38km waren dabei zurückgelegt worden.
Am Samstag ging es morgens um 7:00 Uhr
los. Das Highlight Eisjöchl 2895 m.ü.M. stand auf dem Programm. Nach der
Ortsdurchfahrt Naturns bog man ins Schnalstal ein und gewann schnell auf der
alten Talstraße ohne Autoverkehr an Höhe. Die Sonne strahlte die Burg Juval
an, der Wohnsitz von Reinhold Messner und noch motivierter lagen die Ketten
rechts.
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| Die Burg Juval im Schnalstal |
Kurz nach Katharinaberg bogen wir ins
Pfossental ab und die Steigung auf der Strasse stieg deutlich an. Nach der
Rableithütte verlässt uns nun auch der letzte Verkehr und wir radeln unserem
Ziel Eisjöchl auf einem mit vielen Rampen gespickten Weg entgegen. Nach der Alm
Eishöfe 2071 m.ü.M. wird der Weg bald sehr anspruchsvoll. Der schmale Pfad mit
engsten Kehren, Steinen und Absätzen fordert den ganzen Mountainbiker und
Mountainbikerin. 800 hm müssen auf diese Weise bewältigt werden. Der
Pulsschlag schnellt in die Höhe und die Oberschenkel beginnen zu brennen. Immer
wieder zwingt einen der Untergrund oder die fehlende Fahrtechnik zu kurzen
Schiebepassagen. Letztendlich fährt ab 2700 m.ü.M. keiner mehr der Gruppe. Die
Luft ist dünn und die Beine sind schwer.
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| Blick vom Pfossental zum Eisjöchl | Blick ins Pfossental |
Die letzten Meter zum Eisjöchl müssen die Bikes getragen werden. Alle sind
angekommen. Das Eisjöchl 2795 m.ü.M.. Der Ausblick entschädigt für die
Anstrengung. Im Hintergrund sieht man den Schnalstaler Gletscher. Der Blick zurück
ins Pfossental ist beeindruckend und die Höhenmeter werden nun noch mal so
richtig erkennbar. Der Blick voraus ist zunächst sehr kurz, denn er reicht für
uns nur bis zur Stettiner Hütte, ca. 200m entfernt, denn jeder will nur noch
zwei Dinge: Essen und Wärme. 13°C und aufziehende Wolken mit Wind lassen auch
alle nicht lange am Jöchl verweilen.
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| Höhepunkt der MTB-Touren am Eisjöchl auf 2.795 Metern. |
Bei Kartoffelröster mit Spiegelei und
Speck kehren die Lebensgeister schnell zurück. Frisch gestärkt, gehen wir die
Abfahrt Richtung Pfelderertal an. Nun beginnt ein Trial der Extraklasse.
Verblockt mit grossen Steinen, querliegenden,scharf-kantigen Steinplatten als
Wasserrinnen, Stufen und unzähligen engen Kehren geht es nun ca. 1000 Höhenmeter
bergab.
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| Abfahrt |
Zunächst noch fahrbar wird im Mittelteil die Fahrt aus Sicherheitsgründen von
der Tourenleitung gestoppt und die Teilnehmer zum Schieben veranlasst. Hier würde
ein Fahrfehler mit einem Sturz schwerwiegende Folgen haben. Doch das Stück ist
schnell überwunden und die folgenden Höhenmeter werden technisch schwierig mit
den Bikes „abgesurft“. Kurz vor Ende des Trials schon in Sichtweite der
Forststrasse stoppt ein „Snakebite“ mit folgendem Plattfuss die Gruppe. Der
erste und einzige in den ganzen Tagen. Schnell wird gemeinsam der Schlauch
gewechselt und es geht weiter bergab.
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| "Snake-Bite" |
Erste Regentropfen werden in Pfelders spürbar, die lange zeitraubende Abfahrt, sowie die Reparatur und die Uhrzeit 16:00 Uhr lassen einen „Kuchen-Stopp“ wenig sinnvoll erscheinen. Somit wandern die Ketten nach rechts und es geht in rasantem Tempo bergab nach St. Leondardt. Dabei wird einem erst so richtig bewusst, wie viele Höhenmeter man zuvor bergauf gefahren war. Die Gruppe fliegt nun förmlich durch das Passeiertal Richtung Meran, denn nun hat der Regen voll eingesetzt. Bei 25°C ist es angenehm und spült uns den Staub von den Beinen. In Meran kommen wir schon wieder trocken an und tasten uns durch die Innenstadt bis wir auf den Radweg nach Naturns stossen. Nun stehen noch mal etwa 250 Höhenmeter bergauf an. Das schmerzt noch mal nach so einer langen Fahrt. Die steile Rampe von Meran aus wird überwunden und nun rollt man auf dem Radwanderweg nach Naturns. Kurz vor 18:30 Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen. 2733 Höhenmeter bergauf und 96 km liegen hinter uns. Im Hintergrund hören wir bereits den Soundcheck der „Südtiroler Spitzbuam“, die ab 19:30 Uhr am Festplatz aufspielen werden. Kurz darauf sind wir auch dort, lassen es uns bei Südtiroler Köstlichkeiten gut gehen und den Tag ausklingen.
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| Blick ins Pfeldertal |
Sonntag 09.30. Alle sitzen wieder im Sattel und es geht leicht ansteigend Richtung Latsch. Ziel ist die TarscherAlm. Auf dem Vinschgauer Radwanderweg fahren wir die Beine locker ein. Es bleibt viel Zeit um nochmals über die gestrige Tour zu plaudern. Nach dem Ortskern Latsch geht es steiler bergauf und auf holprigen und steinigen Untergrund windet sich der Weg nach oben. Schnell liegen die Apfelplantagen wieder hinter uns und wir klettern zügig nach oben. Die Sonne lacht wieder und wir erreichen Töbrunn. Danach fordern noch einige steile Rampen mit anspruchsvollem Untergrund noch mal die Konzentration und die Beine. Die TarscherAlm schon fest im Blick tritt jeder noch mal flott in die Pedale. Bei einer zünftigen Brotzeit auf der Alm stärken sich alle für die Abfahrt. Die Rüttelpiste die nun folgt, benötigt auch die wiedergewonnene Energie. Im Tal angekommen wandern die Ketten wieder rechts und wir versuchen durch den „Belgischen Kreisel“ beschleunigt dem nahenden Gewitter zu entkommen. Kurz vor Naturns gewinnt das Gewitter dieses Wettrennen. 1604 hm und 59 km endeten leider etwas nass. Nachdem der letzte Regentropfen nach kurzer Wartezeit gefallen war, besuchten wir das Weingut Falkenstein mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten.
Am Montag ließ der hereinbrechende Föhnsturm aus Sicherheitsgründen keine Tour mehr zu. So ließen die Mountainbiker die Reise bei Prosecco und Cappuchino in einem Naturnser Cafe` in bester Stimmung ausklingen, denn tolle Touren lagen hinter ihnen und jeder hatte die Touren ohne Probleme bewältigt.
Bericht und Bilder Ulrich
Dankerl
Web-Bearbeitung Harald Hüwel
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