Bergbeisser radelten in die solwenische Hauptstadt Ljubljana
Strecke von 356 km und 3.600 Höhenmeter über drei Pässe wurde an einem Tag bewältigt
Eine lange Tradition haben die sogenannten Stern- und Schweiffahrten bei der Radlgruppe des Alpenvereins Tittmoning. Das Ziel dabei ist seit Anfang der Neunziger Jahre mit möglichst langen Tagestouren von Tittmoning aus auf der Landkarte anfangs einen Stern und dann den Schweiff dazu zu bilden. Kürzlich stand die diesjährige Fahrt in die slowenische Hauptstadt Lubijana auf dem Programm. Pünktlich um 1 Uhr radelte die "Kerngruppe" am 31.07.2010 am Stadtplatz in Tittmoning los zu einer Zeit, zu der sonst kaum jemand an Radlfahren denkt. In Freilassing komplettierte sich das 7 Mann starke Team und nach einer zügigen Fahrt erreichten wir über Salzburg, Golling, Pass Lueg und Radstadt bereits in den frühen Morgenstunden den Fuß des Tauernpasses, wo unser emsiger Betreuer Charly kurz vor Untertauern bereits das "Frühstücksbuffet" aufgebaut hatte. Nachdem mit ca. 120 km bereits ein Drittel der Strecke hinter uns lag und sich mittlerweile ein starkes Hungergefühl bei den Teilnehmern eingestellt, kam die Stärkung gerade recht. Der Wetterbericht hatte schönes, nicht zu warmes Wetter vorausgesagt, in der ersten Nachthälfte hatte es noch geregnet. Mit neuem Elan legten wir die 700 Höhenmeter zur Tauernpasshöhe im bekannten Skiort Obertauern problemlos zurück, einzig und allein der starke Reiseverkehr über den Pass war etwas unangenehm. Nach rauschender Abfahrt bis Mauterndorf und Tamsweg stellte sich die aus Rennradlersicht "gutmütige und nahezu autofreie Auffahrt zum Flattnitzer Sattel und die folgende Abfahrt ins Gurktal auf feinstem Asphalt als wahre Genusstour dar. Nach der Mittagspause in Klagenfurt stand den Bergbeissern mit den Karawanken ein Bollwerk in Richtung Süden entgegen. Eine der wenigen Möglichkeiten, das Grenzgebirge zwischen Kärnten und Slowenien mit dem Rennrad zu überwinden, ist der Loiblpass, die letzte aber mit einer Steigung von bis zu 17 % anspruchsvollste Auffahrt unserer Tour. Immer wieder schraubten sich die steilen Rampen empor und bei zunehmender Tageserwärmung auf optimale 25 Grad kostete die Auffahrt so machen Schweißtropfen. Beim Durchfahren des Loibltunnels hatte uns Charly mit dem Begleitfahrzeug noch "Rückendeckung" gegeben. Anschließend sausten wir durch die langgezogenen Kehren in einer wahren "Speedabfahrt" mit bis zu 80 Km/h hinunter nach Kranj und die letzten 30 flachen Km bis in die slowenische Hauptstadt konnten wir dann ausradeln und die mit den drei Pässen stark beanspruchten Radlerbeine wieder etwas auflockern. Noch vor 18 Uhr saßen wir dann nach einer Fahrzeit von 17 Stunden, von denen wir gut 13 Stunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,4 Km/h im Sattel gesessen haben, in der lebendigen Altstadt von Ljubljana mit vielen Bauwerken, die an die österreichische Kaiserzeit erinnern, und konnten auf eine genussreiche und unfallfreie "Schweiffahrt" anstoßen. Die obligatorische Stadtbesichtigung am nächsten Tag durfte nicht fehlen zumal die slowenische Hauptstadt mit dem Dom St. Nikolai, mit der über der Stadt trohnenden Burg mit herrlichem Blick in die Karawanken und dem Künstlerviertel am Fluss Ljubljanica, der mitten durch die Stadt führt, wirklich einiges zu bieten hat.
Ein Bericht von Franz Röckenwagner