Zwischen Wetterstein und Karwendel
Zwei der schönsten und beliebtesten MTB-Runden zwischen Bayern und Tirol gelang nun bei bestem Wetter den Tittmoninger Bergbeissern, der Bergradlgruppe des Alpenvereins: die Umrundung der Zugspitze und die Karwendelrunde. Ausgangspunkt in der Leutasch war das geräumige Ferienhaus eines Vereinsmitglieds. Am ersten Tag ging’s zunächst bequem Richtung Mittenwald. Die Wege über Schloss Elmau und über das Dörfchen Wamberg ließen keine Anstiege und steile Trailabfahrten aus. Garmisch ließ man rechts liegen. Am Eibsee vorbei zog sich der Weg nun in Ehrwalder Gebiet, wo ein letzter zäher Anstieg zur Ehrwalder Alm merken ließ, dass 2000 Höhenmeter hinter einem lagen. Das Finale und der landschaftliche Höhepunkt fand im Gaistal, dies ist der Einschnitt zwischen Wetterstein und Mieminger Kette, statt. Bei einer dritten Einkehr auf der Tillfußalm unterhalb Ganghofers Jagdhaus, akustisch untermalt von unzähligen Kuhglocken, konnte mit einem Glas Roten auf die gelungene, aber anstrengende Runde, die normalerweise auf 2 Tage gefahren wird, angestoßen werden.
Mittenwald war am nächsten Tag der Startpunkt für die Karwendelrunde. Scharnitz wurde zunächst auf dem Isarradweg erreicht. Dort schloss sich die 18-km-Auffahrt durchs Karwendeltal bis zum gleichnamigen Haus an. Eine eher füllige Ebikefahrerin deklassierte bei der steilen Auffahrt alle anderen. Fußgänger sind in diesem Tal eher rar. Am Haus muss man entsprechend lange nach einem Plätzchen fürs Radl suchen. Am 1803-m-hohen Hochalmsattel vor der Abfahrt ins Johannestal und Rißtal öffnete sich dann der Blick zu den imposanten Laliderer Wänden über der legendären Falkenhütte, in denen Klettergeschichte geschrieben wurde. Über eine zunächst holprige, dann zügige Abfahrt über Hinter- nach Vorderriß wurde das zweite Mal die Isar erreicht. Auf, in und neben ihr ging es dann recht selektiv zurück nach Mittenwald, bis zum Schluss dank Ortskenntnis immer wieder auf schönen schmalen Trails.
Die Fakten: 2 Tage, 160 km, 3333 Höhenmeter. Alles andere, die fast erdrückende Einblicke in die Kalkwände von Wetterstein und Karwendel über blühenden Almwiesen bleiben in den Köpfen der 13 Teilnehmer sowieso hängen.
Alois Herzig
Hier noch die zwei Seiten mit den GPS-Traks: