Gelungener Jahresbeginn 2006
Dreikönigsskitouren im Gesäuse
Wer sich orientieren möchte:
Kompass-Karte für die
Übersicht (250 KB!)
Wieder
ist es unserem Willi geglückt, einen neuen und unbekannten Stützpunkt
für die traditionellen „Gemütlichen Skitouren an Dreikönig“
ausfindig zu machen. Dieses Jahr war Johnsbach das Ziel, ein winziger
Ort an der Südseite der Gesäuseberge mit drei Gasthäusern, einer
Minischule, einer kleinen Kirche mit bekanntem Bergsteigerfriedhof und
einem Feuerwehrhaus. Ein kleiner Schlepplift und eine einspurige Loipe
bilden das Freizeitangebot für den Wintergast, doch für mindestens
eine Woche stehen die Ziele für Tourengeher vor der Türe. Im
Gasthaus „Ödsteinblick“
fanden alle 22 Teilnehmer ihren Platz. Ein Teil musste sich mit dem
geräumigen Bergsteigerlager begnügen, denn wir waren nicht die
einzigen Skitourengeher.
Gleich nach der Hinfahrt muß natürlich mit einer kleinen Eingehtour
die Umgebung inspiziert werden. Im Talschluß folgten wir einer
flachen Aufstiegsspur, die meiste Zeit im lichten
Hochwald, zum 1789 m hohen Gscheideggkogel. Die westseitige
Abfahrt war noch unberührt, deshalb zogen es unsere Tourenführer
Franz und Hans vor, lieber in der Nähe der Aufstiegsspur durch den
Wald abzufahren. Dies war keine schlechte Entscheidung, denn der
Schnee ließ trotz hoher Lawinenstufe einige steile Abkürzer zu.

Abmarsch beim Gscheidegger |

Tina und Franz |

Das erste mal auf dem Gipfel des Gscheideggkogels
(kalt wars!) |
Gleich am ersten Abend wurden wir von der Küche verwöhnt. Und kurz
vor Mitternacht kam dann ganz plötzlich eine wilder Horde maskierter
Männer und Frauen mit einem Musikanten in die Wirtschaft, ein für
das Tal alter Brauch zum 5. Januar. Wir konnten uns ja tags darauf
ausschlafen, denn die Touren begannen nicht vor halb 10.
Am Dreikönigstag stand der Sonntagskogel auf dem Programm. Der
Aufstieg zog sich wieder durch Hochwald und zum Schluß auf einem mäßig
steilen Rücken hoch. Der Wind ließ keine lange Gipfelrast zu. Bei
der Abfahrt konnte wieder jeder seine eigene Spur im tiefen Neuschnee
zum Ausgangspunkt am Lifthang ziehen.

Aufstieg zum Sonntagskogel |

riesige Wechten vor dem Gipfel |

Blick zurück ins nebelverhangen Johnsbachtal |
Den meisten Teilnehmern reichte
der eine Berg nicht. Vom Sonntagskogel aus sah die sonnenbeschienene
Westflanke des Gscheideggkogels zu verlockend aus. Doch nach den
2-Stunden-Aufstieg verließ uns wieder der Mut, die steile Flanke zu
befahren, denn es führte
keine einzige Spur eines Einheimischen westseitig in den Graben. Die
Gefahr, eventuell in der Dunkelheit in unwegsames Gelände zu geraten,
war zu groß. Da war es dann doch in der Sauna mit Schneeballschlacht
hinterm Haus gemütlicher.
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| Eindrücke
von zweiten Anstieg zum Gscheideggkogel; eine Winterzauberwelt
mit tief verschneiten Bäumen |
Eine beeindruckende Klamm war der Auftakt zur nächsten Skitour in
Richtung Gesäuse-Hauptkamm. Schon tags zuvor konnten wir eine schön
angelegte Aufstiegsspur sehen, der wir auf Anraten eins netten Bergführers
folgten. Die Gsuchmauer könnte der Gipfel gewesen sein, so klar ging
dies aber nicht aus den Karten hervor. Zudem versteckte er sich gerade
in der Zeit, als wir oben waren, im Nebel. Dies konnte aber einige
nicht von einer Befahrung des Gipfelhangs und erneutem Anstieg
abhalten.

Ausblick zum Reichenstein |

Weg durch die Klamm |

Gesäuseberge |
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Etwas Kultur sollte auch dabei sein, dachten wir uns und fuhren
nachmittags nach Admont. Leider hatten die weltberühmte
Klosterbibliothek und das Museum geschlossen, sodaß nach der
Besichtigung der Stiftskirchen nur noch ein Besuch im Stiftskeller übrig
blieb.
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| Benediktinerabtei
Admont, Stiftskirche |
Der Abschluß der diesjährigen Dreikönigstour bildete der stattliche
Leobner. Der Anstieg und auch die Abfahrt gingen über das Leobner Törl.
Doch leider befanden wir uns gerade im Bereich der Wetterscheide.
Hinter uns das Gesäuse in strahlendem Sonnenschein und unser Berg vom
Nebel verhüllt. Doch wir konnten insgesamt mit dem Wetter zufrieden
sein. Wohl kein strahlend blauer Himmel, aber auch kein Niederschlag
und kein starker Wind.
Nach unserer letzten Abfahrt konnten wir uns vor der Heimfahrt im
Gasthof noch frisch machen, umziehen und stärken. Auch nicht
selbstverständlich, dass man sich nachmittags in der Haussauna
noch
duschen kann. So war jeder mit diesen vier Tagen mehr als zufrieden. Schade,
dass Willi, der dies alles organisiert hatte, wegen einer Grippe
zuhause das Bett hüten musste.

Im Hintergrund der Gr. Ödstein |

Keiner ist in den Bach gefallen! |

Kurz vor dem Leobner Törl |

Hinter der "Leobner Mauer" |
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Alle auf dem Leobner, leider im Nebel |
Bericht: A. Herzig 
Fotos: Karin Geierstanger