Skitouren am Reschenpaß im Dreiländereck Schweiz - Österreich - Italien

1. Tag

Zu einem Skitourenwochenende in die Sesvennagruppe starteten wir am ersten Märzwochenende in die Münstertaler Alpen südwestlich des Reschenpasses. Trotz der nicht allzu viel versprechenden Wetterprognosen konnten wir gleich am ersten Tag beim Aufstieg zur 2.941 m hohen Rasaß Spitze die herrliche Aussicht zum Ortler genießen. Die Rasaßspitze machte ihrem Namen alle Ehre und erwies sich als rassige und abwechslungsreiche Skitour mit einem interessanten Gratanstieg zum Gipfel (1.730 Hm, ca. 3,5 Std.). Auch bei der folgenden Abfahrt über unberührte Pulverschneehänge kamen wir voll auf unsere Kosten, zumal sich der Wind mit Schneefall, der uns über den Grat begleitet hatte, wieder legte und die Sonne wieder zwischen den Wolken hervorblinzelte.

2. Tag

 Zum dominierenden Skitourenberg in den Münstertaler Alpen, dem 3.204 m hohen Piz Sesvenna, machten wir uns dann am folgenden Tag bei Nebel und leichtem Schneetreiben auf. Trotz der zunehmend schlechter werdenden Sicht konnte wir unbehelligt über den weiten und spaltenfreien Sesvennagletscher in ca. 3 Std. bis zum Skidepot aufsteigen (1.130 Hm). Bergführer Andi, einer der beiden Brüder, die die Sesvennahütte bewirtschaften, hatte am Morgen bereits eine angenehme Spur durch den ca. 20 - 30 cm tiefen Pulverschnee gelegt. Nachdem die am Nachmittag erhoffte Wetterbesserung nicht eintrat und sich der zu Fuß zu bewältigende Gipfelgrat aufgrund der starken Schneeverwehungen als zu gefährlich erwies, traten wir ca. 100 Hm unterhalb des Gipfels zum Rückzug an und waren recht froh, durch den immer dichter werdenden Nebel die Hütte erreicht zu haben. Nur schade, dass wir den traumhaften Pulverschnee aufgrund der diffusen Lichtverhältnisse nur mit angezogener Handbremse genießen konnten.. Den Nachmittag nutzen wir dann noch für eine Lawinenübung im Bereich der Hütte und für die Piepssuche. Interessant war dabei unter anderem den neuen Pieps auszuprobieren. Am Abend wurden wir dann, wie schon einen Tag zuvor wieder mit einem mehrgängigen Menü verwöhnt. Nach den hervorragend schmeckenden Nudeln gabs als Hauptspeise ein herzhaftes Wildgulasch und knusprig gebratener Polenta. 

   

3. Tag

Nachdem es über Nacht nochmals ca. 20 cm Neuschneezuwachs gegeben hatte und die Sicht noch schlechter war als am Vortag und von zu Hause das totale Schneechaos gemeldet wurde blieb uns nur noch der Rückzug nach Schlinig zu unserem Ausgangsort. Unter größten Vorsichtsmaßnahmen überwanden wir den nicht zu unterschätzenden Steilhang an der schwarzen Wand und erreichten zuletzt über die bestens präparierte Langlaufloipe das sehr gemütliche Dorf Schlinig. Fazit: Trotz des durchwachsenen Wetters konnten wir auf der Sesvennahütte ein paar nette Skitouren machen und uns bei der wirklich optimalen Betreuung durch die beiden Hüttenwirte Harald und Andi und der ganzen Familie Pobitzer ein paar schöne Tage machen. Wir waren uns auch alle einig darüber, dass wir deshalb auch einen Grund haben bei besseren Verhältnissen wieder auf diese gemütliche Hütte zu kommen um die zahlreichen Skigipfel, die sich um die Hütte reihen, zu besteigen. Die Hütte ist übrigens auch übers Internet zu erreichen: Auf der Homepage www.sesvenna.it kam man sich ausführlich über die Hütte und die Tourenmöglichkeiten informieren.

 

 

Bericht: Franz Röckenwagner

Fotos: Karin Geierstanger u. Franz Röckenwagner