
Nicht unbedingt eine vergnügliche Tätigkeit
ist es, die mechanisch biologische Abwasserreinigungsanlage
zu kontrollieren. Vor einigen Jahren erledigten dies Hans Schwanninger, Helmut
Mayer und Josef Irgmeier.
Der Deutsche Alpenverein hat
sich gemäß seiner Satzung nicht nur der Pflege des Bergsteigens und Wanderns,
sondern auch der Pflege des Naturschutzes in den Alpen verschrieben. Dass auch
die jeweiligen Länderregierungen
dieses befürworten und würdigen, erkennt man an dem Mitspracherecht der
Naturschutzverbände bei der
Meinungsfindung von Bauvorhaben, welche den Naturschutz tangieren oder direkt
betreffen.
Dass die Alpenvereine zu ihren naturschützerischen Verpflichtungen stehen,
sieht man auch an den enormen
Aufwendungen, die von den einzelnen Sektionen in den vergangenen Jahren
geleistet wurden.
Die Sektion Tittmoning
leistete ihren Beitrag zum Umweltschutz durch Errichtung der
Abwasserreinigungsanlage und
des Kleinwasserkraftwerks für die Gleiwitzer Hütte.
Mit der Errichtung einer mechanisch-biologischen Kläranlage für die Gleiwitzer
Hütte hat die AV-Sektion Tittmoning ein
zukunftsweisendes Projekt im Interesse des Umweltschutzes in Angriff genommen.
Bereits im Jahre 1986 wurde der
DAV-Sektion von der Berzirkshauptmannschaft Zell am See die Errichtung einer
Abwasserreinigungsanlage für die
Gleiwitzer Hütte am Hohen Tenn im Glocknergebiet zur Auflage gemacht.
Stadtbaumeister Albert Herzog aus Zell am See
wurde daraufhin von der Sektion mit der Planung der Anlage beauftragt.
Grundlage hierfür waren die in der Österreichischen
Extremlagenverordnung festgelegten Ablaufwerte, die Abbauleistungen bis zu 80 % fordern.
Bild 1
Bild 2
Nach
umfangreichen Planungsarbeiten, erhielt die Sektion im April 1991 die
wasserrechtliche Bewilligung für eine
mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage.
Die Feinplanung und Bauleitung oblag Dipl.-Ing. Dieter Besl, 1. Vorstand der
Sektion Salzburg des ÖAV. Aufgrund einer
Ausschreibung im April 1993 wurde das günstigste Angebot ermittelt und nach
langwierigen Verhandlungen aller beteiligten
Stellen konnte dann Anfang Juli die Finanzierung gesichert werden. Den
Bauauftrag erhielt Fa. Herzog-Bau in Zell am See.
Obwohl
die Anlage mit Hilfe erheblicher Zuschüsse finanziert wurde, stellte der
verbleibende Restbetrag für die DAV-Sektion
Tittmoning eine außerordentlich große Belastung dar.
Mitte Juli 1993 wurden dann mit zwei Hubschraubern die erforderlichen
Baumaschinen zur Hütte transportiert. Inzwischen war die
lange Schönwetterperiode zu Ende. Während der nun folgenden dreiwöchigen
Hauptbauzeit konnten nur zwei sonnige Tage
registriert werden, einmal fielen sogar 30 Zentimeter Neuschnee. Trotz der
ungünstigen Witterung gingen die Arbeiten zügig
voran. Bereits am 23. Juli 1993 wurden die fünf zum Teil bis 900 Kilogramm
schweren Behälter mittels Hubschrauber antransportiert
und gesetzt. Nach der Montage des „Innenlebens“ und Einebnen des Geländes
konnte die Anlage am 3. August 1993 in Betrieb
genommen werden.
Die Behälter sind aus doppelwandigem glasfaserverstärktem
Kunststoff (GFK) mit dazwischen befindlicher Wärmeisolierung gefertigt.
Zur Anlage gehören ein Fettabscheider, ein Feststoffabscheider, ausgerüstet mit
einer so genannten Pinzgauer Rutsche, ein
Vorfilterschacht, eine Bodenkörperfilteranlage, ein nach geschalteter
Kontrollschacht sowie eine Kompostierung für die Feststoffe.
Das gereinigte Abwasser versickert über zwei Verrieselungsstränge in den
Untergrund. Falls erforderlich, kann die Anlage beheizt
und ohne großen Umbau auf Rezirkulationsbetrieb nachgerüstet werden. In diesem
Falle müsste allerdings erst ausreichende
elektrische Energie vorhanden sein
Für den Hüttenwirt und den Hüttenwart bedeutet die Wartung der Anlage eine
nicht unerhebliche zusätzliche Arbeit. Unter anderem
muss dem Feststoffabscheider Traubentrester beigefügt werden.
Bericht: Oswald Schauer
Ehrenvorsitzender der DAV
Sektion Tittmoning
entnommen aus der
Festschrift „100 Jahre Gleiwitzer Hütte“
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