Hüttenlage
und Zugang

Über dem Hirzbachtal führt der Weg zur
Gleiwitzer Hütte
durch grüne Almwiesen.
Die
Gleiwitzer Hütte (2.176m) liegt am nördlichen Rand der Glockner Gruppe im
Nationalpark Hohe Tauern auf dem Gebirgszug zwischen dem Fuscher- und Kapruner
Tal. Als Ausgangspunkt für eine Tageswanderung oder eine leichte Rundtour,
evtl. mit Übernachtung auf der Hütte, wird meist der Talort Fusch a. d.
Glockner-Straße gewählt. Die Anfahrt mit dem Auto erfolgt von Zell am See aus
über Bruck nach Fusch (807 m).
Abstieg

nach Fusch ab. Im Hintergrund der Hohe Tenn.
Nach
einem Hüttenbesuch stehen vorrangig zwei Abstiegsvarianten zur Wahl:
Entweder zurück nach Fusch über
die Hirzbachalm (2 ½ h) oder über den landschaftlich reizvollen Weg (723)
hinauf zum Imbachhorn (2470m, 1 ½
h), dann abwärts über die Wachtbergalm (735) nach Judendorf (7B) und auf dem
Panoramaweg (7A) zurück nach Fusch (Gesamtgehzeit 5 ½ h). Der letzt genannte
Abstieg empfiehlt sich vor allem nach einer Übernachtung in der Hütte.
Bergtouren rund um die Gleiwitzer Hütte
Die
traditionsreiche Gleiwitzer Hütte mit ihrer gemütlichen Gaststube und den
sauberen Lagern eignet sich nicht nur ideal für einen gemütlichen Hüttenabend,
sondern auch als Ausgangspunkt für kleinere und größere Bergtouren. Die Hütte
ist bis heute ein sehr ruhiger, erholsamer und fast möchte man sagen
beschaulicher Bergsteigerstützpunkt geblieben. Von den Tourenmöglichkeiten her
ist jedem etwas geboten und so empfiehlt sie sich auch für mehrtägige
Aufenthalte.
Das
Imbachhorn (2.470 m)
Der
Hausberg der Gleiwitzer Hütte, das Imbachhorn, ist wegen seiner grandiosen
Aussicht gern besuchtes Ziel vieler Bergwanderer. Der gut ausgebaute und
markierte Weg (723) führt in nördlicher Richtung von der Hütte zur
Brandlscharte (2 371 m, 1 h) hinauf, wo sich der Blick ins Kapruner Tal öffnet.
Dem Grat des Fuscher-Kammes folgend, ist nach insgesamt 1 ½ Stunden Gehzeit das
Gipfelkreuz des Imbachhorns erreicht. Ein traumhafter Rundblick über das Großglocknermassiv,
die Kitzbüheler Alpen und den Zeller See hinaus bis zum Steinernen Meer und den
Wilden Kaiser ist Lohn für den Aufstieg.
Der
Rettenzink (2.510 m)
An der Brandlscharte, dem Übergang vom Fuscher- ins Kaprunertal, zweigt ein interessanter Steig zum Rettenzink ab. Den Aufstieg sollten jedoch nur trittsichere Bergwanderer unternehmen. Der steil nach oben führende Weg ist an einigen Stellen durch Steighilfen und Seile gesichert. Nach knapp einer halben Stunde ist der Gipfel erreicht, auf dem ein vom Tittmoninger Alpenverein errichtetes Kreuz steht.
Der
Hohe Tenn (3.368 m)
Der
Aufstieg zum Hohen Tenn über jede der beiden nachfolgend beschriebenen Wege
sollte nur von trittsicheren und schwindelfreien Alpinisten unternommen werden.
Selbst bei guten Witterungsverhältnissen ist der Weg mit Schwierigkeitsgrad
1–2 kein Spaziergang, auch wenn fast 1.000 Meter Drahtseilsicherungen und
zahlreiche Steighilfen die Gefahren mindern.

Der Schneegipfel des Hohen Tenn, rechts der Bauernbrachkopf,
dazwischen der kleine Tenn.
Anstieg von der Gleiwitzer Hütte
Von
der Hütte zunächst in südlicher Richtung, führt der Gleiwitzer Höhenweg
parallel zum Hirzbachtal über Almwiesen nur wenig ansteigend ins Ochsenkar. Über
ein kleines Schneefeld und eine mit Drahtseilen und Steighilfen gesicherte Rinne
erreicht man die Untere Jägerscharte (2.470 m). Dem Grat der Spitzbrettwand und
deren anschließender Querung folgend, gelangt man auf gesichertem Pfad zur
Oberen Jägerscharte (2 752 m). Nun folgt der schönste Teil des Weges, der Gang
über den Nordrücken des Bauernbrachkopfes. Links der Blick in die Nordabstürze
des Hohen Tenn, rechts der Blick weit hinaus, über das Kitzsteinhorn bis hinüber
zum Großvenediger; unten die beiden Stauseen der Kraftwerksanlage Kaprun.
Drahtseilversicherungen, ausgesetzte Stellen und steile Flanken wechseln ab. An
der Weggabelung am Kempsenkopf vorbei, erreicht man nach etwa 3 ½ Stunden den
Bauernbrachkopf (3 125 m).
Hier lohnt eine längere Rast. Der Großglockner und die Nordwestflanke des
Wiesbachhorns sind zu sehen; weit draußen im Norden der Zeller See.
Über den Nordwestgrat
geht es nun weiter dem Hohen Tenn entgegen. Zunächst scheint der Felsenturm des
Kleinen Tenn (3.158 m) den Weg zu versperren, doch ein Spalt im Gipfelblock und
Seilsicherungen helfen über diese Hürde hinweg. Der Pfad hinauf zu den beiden
Hauptgipfeln, der Schneespitze (3.317
m) und der Bergspitze (3.368 m) ist frei. Nach der Überquerung eines Firnfeldes
ist die mit einem Gipfelkreuz der Katholischen Landjugend Zell am See gekrönte
Schneespitze erreicht. Ein berauschendes Panorama über die Region der Hohen
Tauern ist der Lohn für den anstrengenden ca.
5stündigen Anstieg ab der Gleiwitzer Hütte.
Aufstieg
aus dem Kaprunertal
Eine
gern gewählte Aufstiegsvariante zum Hohen Tenn beginnt im Kaprunertal.
Insbesondere wenn eine Rundtour über den Hohen Tenn, die Gleiwitzer Hütte und
der Abstieg über die Brandlscharte geplant ist, ist eine Übernachtung
empfehlenswert, da für die gesamte Tour mit Gipfelbesteigung eine Gehzeit von ca. 14 Stunden anzunehmen ist.
Ausgangspunkt ist der
Parkplatz am Kesselfall Alpenhaus. Mit Schrägaufzug und
Bus der Kraftwerksgesellschaft ist der Stausee Mooserboden
bequem erreicht. Nach Überschreitung der gigantischen Staumauern des
Wasserkraftwerkes, beginnt mit dem „Max-Hirschel-Weg“ (723) der Aufstieg zum
Kempsenkopf (3.090m). Anfangs über Almwiesen, später dann mit leichter
Kraxelei erreicht man nach ca. 4 Stunden den Übergang zwischen dem Kapruner-
und dem Fuschertal.
Hier
gabelt sich der Weg. Rechts geht es hinauf zum Hohen Tenn, links hinunter zur Gleiwitzer Hütte. Wählt man die
Gipfelbesteigung so führt der Weg wie zuvor beschrieben über den
Bauernbrachkopf, den Kleinen Tenn zum Doppelgipfel des Hohen Tenn (Gehzeit vom
Parkplatz im Kaprunertal bis zum Gipfel ca. 5 ½ Stunden).
Abwärts
zur Hütte geht es über den zuvor beschriebenen „Gleiwitzer Höhen-weg“.
Gehzeit vom Kempsenkopf bis zur Hütte ca. 2 ½ Stunden.
Zurück zum Ausgangsort der Tour, gelangt man über den Weg hinauf zur Brandlscharte (723) und den Abstieg über grüne Almwiesen und lichten Mischwald hinunter ins Kaprunertal. Das letzte Wegstück, von der Kapruner Gletscherbahn bis zum Kesselfall Alpenhaus (ca. 3 km), wird am besten mit dem Bus zurückgelegt. (Gehzeit von der Hütte zum Parkplatz der Gletscherbahn ca. 5 Stunden).
Bericht: Dieter Koch und Harald Hüwel