Auf dem Greifenberg | © DAV Tittmoning / Kurt Stemmer

Bergwanderwoche in den Schladminger Bergen

14.09.2025

Die Tittmoninger Bergsteiger verbrachten eine abwechslungsreiche Wanderwoche im Schladminger Untertal. Trotz wechselhaften Wetters erkundeten sie beeindruckende Schluchten, klare Bergseen und aussichtsreiche Gipfel. Immer wieder fanden sie besondere Plätze und sammelten unterwegs unzählige Blaubeeren. Die gemütliche Hütte und das gemeinsame Erlebnis machten die Woche zu etwas Besonderem.

Der Anreisetag ins hochgelegene Untertal bei Schladming war mit kräftigen Regenschauern durchwachsen, als die 15 Tittmoninger Bergsteiger im Aufstieg zur 1.657 Meter hochgelegenen Preintalerhütte waren. Zuerst ging es „Durch die Höll“, einen Schluchtensteig, der sich über dutzende Eisenstiegen, Brücken und Leitern vorbei am Riesachfall, dem höchsten Wasserfall der Steiermark, in die Höhe windet. Das Quartier für vier gebuchte Nächte entpuppte sich als wahrer Glücksgriff – ein entspannter Hüttenwirt, eine zuvorkommende Servicemannschaft, gutes Essen und eine wunderbare Landschaft begeisterte das AV-Team von Anfang an.

In einem Regenfenster am Nachmittag stiegen die Tittmoninger zum unteren Sonntagskarsee auf, blieben jedoch nicht lange wegen des kalten Windes. Der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag schönes Wetter voraus und so machten sich Berni, Lisa, Harry und Albert bei schönstem Sonnenschein auf um die 2.747 Meter hohe Hochwildstelle in anspruchsvoller Blockkletterei zu überschreiten. In der Neualmscharte wollte man sich mit der zweiten Gruppe, die direkt zur Scharte aufgestiegen war, treffen um gemeinsam wieder zurück zur Hütte zu gehen. Aus dem Treffen wurde nichts, da die Überschreitung aufgrund der nassen und zum Teil brüchigen Felsen und ausgesetzten Stellen am Grat bedächtiges und vorsichtiges Vorwärtskommen erforderte. Die gemütliche Gruppe nahm die gewonnene Zeit zum Anlass die unzähligen Blaubeersträucher zu plündern. „Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Blaubeeren gesehen“ meinte Willi. Glücklich zurück auf der Hütte vertrieb man sich die Zeit mit allerlei Kartenspielen und Gesprächen.

Für den dritten Tag war für Vormittag Regen angesagt, was die Bergbegeisterten nutzen um wiederum ihr Glück beim Kartenspielen zu testen. Nachmittags hielt es niemand mehr auf der Hütte aus und frei nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Bergbekleidung“, zog es die gesamte Gruppe in Richtung Trattensee und Wildlochscharte in die neblige Landschaft hinaus.

Wieder zwei Gruppen waren für den vierten Tag von den beiden Tourenleitern Berni und Kurt geplant. Die „Jungen Wilden“ starteten zur fordernden Besteigung des Waldhorns (2.702 Meter). Unterwegs am Aufstiegsgrat und am Gipfel trafen sie auf Reif und ein vollkommen vereistes Gipfelkreuz. Die gesetzteren Gruppenmitglieder wanderten gemütlich durch den Klafferkessel, ein Relikt aus der letzten Eiszeit, was sich auch an den vielen kleinen Seen zeigte. Die vielgereiste Sibylle meinte: „Ich habe noch nirgendwo so einen Haufen Seen gesehen.“ Das Ziel der Gruppe war der 2.618 Meter hohe Greifenberg auf dem ein reges Treiben herrschte, da der Gipfel Teil eines vielbegangenen Übergangs zur Gollinghütte ist. Gemeinsam trafen sich die beiden Gruppen am Fuß des Berges und suchten eine Stelle, die der Hüttenwirt ihnen als besonderen Ort empfohlen hatte. Einen türkisfarbenen See fanden die Bergsteiger und waren ob der kräftigen Farbe überrascht und beeindruckt. Ohne den Tipp des Wirtes hätte man von diesem schönen Ort nichts gewusst. Einige ganz Harte ließen es sich nicht nehmen ein kurzes Bad in dem Bergsee zu nehmen – das Thermometer zeigte 6 Grad Celsius Wassertemperatur! Auf dem Rückweg sammelten die Tittmoninger nochmal fleißig Blaubeeren, die in schier unermesslicher Menge an den Berghängen wuchsen.

Zum Oberen Sonntagskarsee ging es am Vormittag des letzten Tages bei herrlichem Bergwetter. Auch dort suchte und fand man einen vom Hüttenwirt beschriebenen besonderen Platz. Von dort aus hatte man einen Traumblick auf die tief unten liegende Hütte und das gesamte Tal. Dann hieß es nach einer letzten Brotzeit auf der Hütte Abschied nehmen und den Abstieg und Heimweg anzutreten.

 

Bericht: Kurt Stemmer