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Brentadolomiten - ein Sehnsuchtsort

28.08.2025

Zwölf Klettersteigbegeisterte durchquerten in fünf Tagen den imposanten Gebirgsstock der Brenta. Im zweiten Anlauf, da letztes Jahr das Wetter zu schlecht war, konnte nun die Tour durchgeführt werden - trotz erneuter Widrigkeiten. 

Zwölf Klettersteiggeherinnen und -geher unserer Sektion fuhren kürzlich nach Madonna di Campiglio, um eine Gemeinschaftstour in der Brenta zu unternehmen.

Am ersten Tag stieg die Gruppe nur zum Rifugio Tuckett auf, da einige Wochen zuvor am Cima Falkner ein Felssturz abgegangen war und somit der ursprünglich geplante Weg gesperrt war.

Für den nächsten Tag war dann der Wetterbericht, mit Gewittern schon zur Mittagszeit, sehr ernüchternd, und somit wählte man für den folgenden Tag den kürzeren und weit niedriger verlaufenden Sentirio SOSAT.

Dieser Steig war trotzdem überaus ansprechend und imposant in seinem Verlauf. Durch Schluchten, ausgeprägte Bänder und einigen Leitern, erreichte die Gruppe voll Begeisterung das Rifugio Alimonta.

Am dritten Tag standen gleich zwei Etappen auf dem Plan, da das Rifugio Pedrotti gerade renoviert wird. In der Nacht hat es bis zur Hütte herab geschneit, doch im Laufe des Tages sollte sich das Wetter bessern. Hochmotiviert stiegen alle zur Bocca die Armi auf, wo sich der Einstieg zum Bocchette Centrale befand. Trotz einsetzendem Schneefall war die Stimmung in der Gruppe hervorragend, da die grandiose Wegführung durch die steilen Wände der Brentatürme atemberaubend war. Noch kurz vor der Bocca di Brenta mussten  noch starke Wasserfälle überquert werden, die von den Wänden direkt auf den schmalen Weg fielen. Eine halbe Stunde später erreichten die zwölf schließlich stark durchnässt das Rifugio Pedrotti, wo sie trotz Umbaumaßnahmen freundlich in die warme Stube gebeten wurden. Mit warmen Getränken und vorzüglicher Pasta konnten wir die ersten Sonnenstrahlen abwarten. Sogleich ging es weiter zum nächsten Höhepunkt des Tages, der uns bis auf knapp 3000 Meter führte. Bei herrlichem Wetter durchstiegen die Bergfexe den Sentirio Brentari in Richtung   Rifugio Agostini. Nach gut sieben Stunden Gehzeit mit dem gesamten Gepäck, waren wieder alle sehr zufrieden mit der ausgewählten Tour, und es stand einem gemütlichen Hüttenabend nichts im Wege.

Für den nächsten Tag war wieder bestes Bergwetter vorausgesagt. Zeitig brachen die Freunde der Eisenwege auf, um die nächste Scharte zu überklettern. Nach einstündigem Anstieg war der Einstieg erreicht und die Gruppe stand vor einer senkrechten Wand. Über steile Leitern und zahlreiche Eisenklammern konnte diese bewältigt werden. Von der Scharte aus sah man schon die Hütte für die Mittagsrast. Das Rifugio Apostoli wird auch von zahlreichen Tagesgästen besucht, dadurch war rund um die Hütte alles stark belagert. Mit einem kurzen Abstecher wurde noch die in den Felsen gehauene Bergsteigerkapelle besucht. Danach ging es wieder weiter zur vierten Herberge. Nach einem kräftezerrenden Anstieg führte ein kurzer, versicherter Steig in ein schmales Kar, das hinunterführte zum Rifugio Brentei. Nach dem köstlichen Abendessen wurde noch auf den Geburtstag eines Teilnehmers angestoßen.

Am letzten der fünf Tage wurde noch ein schöner Panoramaweg bezwungen, der zurück zum Ausgangspunkt führte.

Am Auto angekommen waren alle glücklich und begeistert von den wunderbaren Brentadolomiten. 

Bericht: Bernhard Lenz