Eine gelungene Mischung aus alpiner Herausforderung, landschaftlicher Schönheit und gelebter Bergkameradschaft erlebten 15 Mitglieder der DAV-Sektionen Trostberg, Tittmoning und Friedrichshafen bei ihrer ersten gemeinsamen Freundschaftstour im Montafon. Drei Tage waren die Teilnehmer im Grenzgebiet von Österreich und der Schweiz unterwegs – über schroffe Grate, stille Bergseen und aussichtsreiche Gipfel.
Die bunt gemischte Gruppe verabredete sich in Latschau in Vorarlberg zum gemeinsamen Start. Das erste Etappenziel war die Lindauer Hütte, die nach einem gemütlichen Aufstieg durchs Gauertal erreicht wurde. Der Ausblick auf die markante Felsformation der „Drei Türme“, welche sich im rustikal-massiven Rätikon-Gebirge gleich hinter der Hütte erhebt, stimmte auf die kommenden Tourentage ein.
Das Konzept der Freundschaftstour wurde im letzten Sommer während eines Trekkings im indischen Ladakh geboren: die drei Tourenleiter fanden Gefallen an der Idee, dass eine gastgebende AV-Sektion in ihrem Heimatgebiet eine Bergtour für ihre Mitglieder und für die zweier weiterer Sektionen vorbereitet und durchführt. Das spart Planungs- und Organisationsaufwand und nutzt die Kompetenz vor Ort.
Am zweiten Tag teilte sich die Gruppe für zwei verschiedene Routen mit dem gleichen Ziel auf. Die einen nahmen sich die beeindruckende, mit mächtigen Felsplatten durchsetzte Schlucht des „Rachen“ vor, die anderen spazierten über den aussichtsreichen Bilkengrat hinauf zur Sulzfluh (2.817 m). Der mächtige Kalkgipfel bot bei klarer Sicht ein Panorama bis weit in die Schweiz, in die Gletscherwelt der Silvretta und bis zum Bodensee. Der Abstieg zur Tilisunahütte auf 2.211 m Höhe war zugleich Abschluss eines fordernden und eindrucksvollen Tages – abgerundet durch einen geselligen Hüttenabend in bester Stimmung.
Josef, ein Teilnehmer, der bereits 40 Jahre Mitglied beim Alpenverein ist und zum ersten Mal eine geführte AV-Tour mitmachte war beeindruckt und äußerte sich sehr zufrieden über die Organisation und die abwechslungsreiche Strecke. Auch Marcus, ein weiteres Gruppenmitglied, pflichtete ihm bei: „In das Gebiet wäre ich sonst nie gekommen!“
Ein weiterer Höhepunkt erwartete die Gruppe am Sonntagmorgen: In aller Frühe konnten einige Teilnehmer die aufgehende Sonne über dem malerisch gelegenen Tilisunasee genießen.
Nach dem Frühstück startete die Gruppe zum Aufstieg über den Schwarzhornsattel auf die Tschaggunser Mittagsspitze (2.168 m). Nach leichter Felskletterei oben angekommen bot sich ein weiter Rundumblick in die umliegenden Berglandschaften.
Auf dem Weg ins Tal wartete ein besonderes Naturerlebnis: ein erfrischendes Bad im kalten Tobelsee, mit dem Postkarten-Panorama der „Drei Türme“ im Hintergrund. Die letzte gemeinsame Station war eine Einkehr auf der Alpilaalpe, wo bei Kuchen und kühlen Getränken noch einmal auf die vergangenen Tage zurückgeblickt wurde.
Die Freundschaftstour im Montafon zeigte eindrucksvoll, wie über Sektionsgrenzen hinweg gemeinsame Bergerlebnisse verbinden. Mit vielen Eindrücken, neuen Kontakten und dem Wunsch nach einer Wiederholung traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich erschöpft aber glücklich die Heimreise an.
Bericht: Kurt Stemmer und DAV
Zusätzliche Infos:
Das Montafon ist ein fast 40 Kilometer langes Tal welches von der Verwallgruppe, der Silvretta und dem Rätikon begrenzt wird. Es liegt im Süden Vorarlbergs mit einem Grenzverlauf zur Schweiz. Kulinarische Köstlichkeit ist der „Sura Kees“, eine Käsespezialität, welche es nur im Montafon gibt.