Tag 1 – Trailgewitter zwischen Pottenstein und Pegnitz
Bereits am Freitag zeigte die Fränkische Schweiz, warum sie bei Mountainbikern als Geheimtipp gilt. Die erste Tour führte uns in das Gebiet zwischen Pottenstein und Pegnitz. Auf abwechslungsreichen Waldwegen, wurzeligen Singletrails und schönen Höhenzügen sammelten wir vom ersten Kilometer an Trailspaß ohne Ende. Warum die Runde unter die 10 besten Singletrailtouren Deutschlands gewählt wurde, war uns nach wenigen Kilometern bereits klar: Beeindruckend die Vielzahl an naturbelassenen Wegen. Immer wieder wechselten sich flowige Passagen mit technisch anspruchsvolleren Abschnitten ab. Und alles auf trockenen, immer kalkulierbaren Wegen ohne technische Gemeinheiten.
Die erste Einkehr in Pegnitz kam gerade rechtzeitig. Die italienische Eisdiele mit asiatischer Bedienung war zwar alles andere als urfränkisch, aber abends sollte es ja das berühmte Schäufele geben – in unserer gelungenen Unterkunft, dem Gasthof zur Post in Gößweinstein.
Das Gewitter, das sich am späten Nachmittag schon früh abzeichnete konnten die 7 „Helden“ gerade noch und mit viel Geschick und guter Planung in der Forellenräucherei bei der Teufelshöhle aussitzen – bei einem kühlen „Held-Bräu“.
Die einzige Enttäuschung des Wochenendes dann am Abend: Schäufele aus … bzw. gar nicht auf der Speisekarte! Doch Bedienung und Wirt waren sofort bereit, unserer Bestellung für den nächsten Tag nachzukommen und für Samstag 6 Portionen Schäufele mit „Glöß“ vorzubereiten.
Tag 2 – Sonne und Steine im Süden
Am zweiten Tag setzten wir die Trailorgie nahtlos im Süden von Gößweinstein fort. Betzenstein, Egloffstein, Hilpoltstein, Wichsenstein, … waren die Steine, die wir uns selbst in den Weg gelegt hatten. Mittags gab es diesmal orts- und kulturgerecht Gutes aus der fränkischen Küche, wie z.B. Bratwurst oder Sülze.
Auch von unterwegs gäbe es wieder viel zu berichten: der große Wasserstein und das beeindruckende Wassersteintor, viele riesige Höhlen, faszinierende Felsformationen, der herrliche Aussichtsfelsen Wichsenstein und natürlich unendlich Trails, wie den Adlergraben, den Fuchsstein oder entlang der Trubach. Die ein oder andere kurze Tragepassage war auch mit eingebaut und
das Auf und Ab an und mit steilen Rampen glich gelegentlich einem Intervalltraining mit Maximalpuls.
Ausklingen durften die Eindrücke dann beim ersehnten Schäufele am Abend.
Tag 3 – Die Wiesenttour
Der Sonntag begann mit einem schauerlichen Regenguß. Das entsprechende Radarbild konnte sich lange nicht entscheiden, doch zuletzt war klar: ab 9.30 könnten wir zumindest mit Trockenheit von oben rechnen und einigten uns auf eine gemütliche Tour entlang der Wiesent. Ein herrlicher kilometerlanger Pfad, durchsetzt mit kurzen anspruchsvolleren Passagen.
Das Wetter hingegen, war dann bald überhaupt nicht mehr anspruchsvoll und je mehr Sonne aufkam, desto mutiger wurden unsere Planungen und desto mehr Trails fanden sich auf der – nun neugestalteten – Runde über Muggendorf. An den Hängen des Wiesenttals sammelten wir noch reichlich Höhen- und Tiefenmeter und v.a. viele schöne Wege, so dass dann auch der dritte Tag noch sehr anspruchsvoll wurde.
Die finale Stärkung am Gasthof zur Post bei leckerem Kuchen war nötig und zugleich ein schöner Abschied von 3 Tagen mit viel schöner Natur, fantastischen Trails, gutem Essen mit fränkischen Bieren und einer perfekt harmonierenden Gruppe.
Insgesamt legten wir 135km und ca. 3200hm zurück, wobei die reinen Daten völlig unterschätzen, wie beschwerlich es ist, diese vermeintlich kurze Strecke, aber fast ohne Teerpassagen, zurückzulegen.
Axel Dennewill