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Trans-Altarezia Bike

21.07.2026

Die Biketour im Dreiländer-Eck führt über alte Handelsrouten, Kriegswege und Schmugglerpfade durch drei Sprachregionen. Wilde Täler, verwunschene Bergseen und Gebirgspässe in drei Ländern führen von der alpinen Zollfreigemeinde Samnaun bis in das südliche Veltlin. 20 Bergbeisser*innen machten sich vom 21-26.07.2026 auf diese Durchquerung bei bestem Bikewetter :-)

Etappe 1: Von Samnaun zur Heidelberger Hütte

Wir parken in Samnaun. Auf einer Schotterpiste geht es steil hoch zum Viderjoch - den letzten Teil meist schiebend. Für die Abfahrt nahmen wir den Veliltrail hinunter Richtung Ischgl bzw. die zweite Gruppe den direkteren Weg zur Einkehr Idalpe. Wir trafen uns wieder am Talboden des Fimbatals. Hier startet der lange Aufstieg zur Heidelberger Hütte, unserer ersten Übernachtung. Fahrdaten: 37 km u. 1.850hm / 32 km und 1.550hm

Etappe 2: Von der Heidelberger Hütte zur Sesvennahütte

Hinter der Hütte geht es gleich schiebend los in ca. 1h zum Fimberpass auf über 2600 Metern. Ein steiler und fast vollständig fahrbarer Singletrail ist der erste Teil der langen Abfahrt durch das Val Sinestra. Vorbei am historischen Hof Zuort und auf Forststraßen und Wiesentrails ging es über Ramosch hinunter zum Campingplatz in Sur En. Von hier aus beginnt der steile Anstieg hoch zur Alp Uina Dadaint. Dieser Weg war bis vor 3 Wochen wegen Bauarbeiten noch gesperrt. Nach der Einkehr folgte noch ein kurzer Trail bergauf. Dann steht man vor der spektakulären und bei Bikern berühmt-berüchtigte Felsenweg Val d’Uina. Auf diesem Abschnitt ist das Bike zu schieben (pushen). Nach der Felspassage schwingt man sich wieder in den Sattel, überwindet das letzte Stück hoch zum Schlinigpass und rollt dann zur tollen Sesvennahütte. Fahrdaten für beide Gruppen: 31 km u. 1.500 hm 

Etappe 3: Von der Sesvennahütte zur Tibethütte

Für die Abfahrt konnte man sich für eine tolle Trailvariante hinüber Richtung Reschenpass oder für die direkte, anfangs steile Abfahrt ins Schlingigtal entscheiden. Hoch ins Münstertal müssen 400 Höhenmeter bis zur Einkehr in Sta. Maria auf Radwegen zurückgelegt werden. Der Aufstieg zum Umbrailpass und weiter zum Stilfserjoch ist kräftezehrend, gut 1400 Höhenmeter sind es am Stück. Die Gruppe 1 war das aber zu wenig und sie machten einen Umweg über das wunderschöne Val Mora, den Stauseeen San Giacomo und Cancano und weiter den steilen Fahrweg hinauf zur Bocchetta di Forcula. Die Abfahrt auf dem Singeltrail zum Umbrail war ein Genuss und sie erreichten so noch rechtzeitig um 19 Uhr die Tibethütte. Fahrdaten: Fahrdaten: 86 km u. 2.950 hm / 48 km u. 1.950 hm

Etappe 4: Von der Tibethütte zum Rifugio Saoseo

Los ging dieser Traumtag mit der kurzen Schiebepassage zur Dreisprachenspitze (2.843m). Weiter auf einem tollen Trail hinab zum Umbrailpass. Bis zur Bocchetta di Forcola sind es 300 Höhenmeter im Anstieg, weitere 100 Höhenmeter kommen bis zur Bocchetta di Pedenolo hinzu, wo schliesslich die lange Abfahrt startet. Anfänglich führt diese über einen flachen Karrenweg, geht dann aber als Trail durch enorm steiles Felsgebiet. Der Pfad wurde im Ersten Weltkrieg von Italienischen Soldaten erschaffen und bildet heute die Basis für diese Superabfahrt. Sie führt bis tief hinein ins Valle Forcola, für das letzte Stück folgt man einem schottrigen Strässchen, und schliesslich ist der Lago di Cancano erreicht. Nach der Mittagspause rollt man einige Meter auf der Strasse hinab in Richtung Valdidentro und bei der zweiten Rechtsserpentine steuert man aber auf die Schotterstrasse, die über viele km ohne Höhenverlusteverluste ins Val Viola verläuft. Leider war der Weg auf einem Teilstück gesperrt und wir mussten einen Umweg von 240hm machen. Ein Asphaltsträsschen führt anfangs das Val Viola hoch und und geht dann in einen Schotterweg über. Am Rifugio Viola war dann endlich der langersehnte "Hydration Break". Die letzten Meter zum Violapass sind auf einem Karrenweg aus dem Ersten Weltkrieg zu meistern. Der Abfahrtsweg ist speziell für Mountainbiker hergerichtet und schlängelt sich durch die raue Gebirgswelt hinab zu den Seen Lagh da Viola und Lagh da Saoseo und zu unserer Unterkunft. Fahrdaten für beide Gruppen: 58 km u. 1.500 hm 

Etappe 5: Vom Rifugio Saoseo nach Tirano

Der Weg führt hinab in Richtung Poschiavo, exzellente Singletrail-Abschnitte inklusive, auch wenn zwischenzeitlich zweimal rund 150 und einmal 400 Höhenmeter aufgestiegen werden muss. Auf einer Anhöhe beginnt ein Saumpfad der nach San Romerio führt mit der Kirche aus dem 11.Jahrhundert. Wir kehren im Gasthaus ein - hier ist alles Selbstgemacht. Sehenswert der runde, aus Steinen aufgeschlichtete Erdkeller. Die Route führt weiter auf kleinen Strässchen und dann durch steiles Gelände. Wir erreichen die Landesgrenze nach Italien, das Dörfchen Baruffini und in Schussfahrt geht es schliesslich durch die Weinreben direkt nach Tirano. Wir haben die Trans-Altarezia geschafft. Nach einem Eisstopp geht es zum Hotel Valamerica. Eine gute Unterkunft mit wirklich lässigem Personal. Fahrdaten für beide Gruppen: 41 km u. 1.150 hm 

Etappe 6: Rückreise nach Samnaun

Das geht am bequemsten mit der Rhätischen Bahn von Tirano über den Berninapass nach Scuol. Weiter mit dem Bus nach Samnaun. Die Zugfahrt kostet als Gruppenticket incl. Rad 57€ und dauert gut 4 Stunden. Besonders sehenswert war das Kreisvidukt von Brusio. Leider waren uns die Ausblicke auf Piz Palü und Piz Bernina durch Wolken verwehrt. Die Gruppe 1 stiegt am Berninapass aus und radelte die ganze Strecke nach Samnaun zurück. Tourdaten Gruppe 1: 121 km u. 1.680 Hm

Fazit: Es war eine tolle Transalp durch Graubünden und den angrenzenden Ländern. Wetter und Unterkunft waren perfekt. Nicht's passiert - tolle Trails und Eindrücke - eine nette Bergbeisserschar - besser geht's fast nicht.

Bericht: Wasti Stoib

Fotos: aus der WhatsApp Gruppe Trans-Altarezia